Island Reiseführer
Mit einer Gesamtfläche von über 103.125 Quadratkilometern, südlich des Polarkreises, erstreckt sich die größte Vulkaninsel der Erde über den Nordatlantik: Island. Island, das nur rund 270 km südöstlich von Grönland und etwa 800 km nordwestlich von Schottland liegt, bildet eines der wahrscheinlich vielfältigsten und schöpferisch-aktivsten Naturreiche Europas. Ein großer Teil des nur zu einem Viertel besiedelten Landes besteht aus Lava-, Sand- oder Steinwüsten, dessen karge Vegetation von Gletschern durchzogen und von Flüssen und Gewässern bedeckt ist. Islands Oberflächenstruktur ist geprägt durch den Vulkanismus: Auf eine phänomenale Weise bieten sich dem Betrachter schwelende Vulkane, gewundene Gletscher, düster-schwarze und bizarr anmutende Lavafelder, aufbrausende Geysire, heiße Quellen und bei besonders langen Winternächten, die charakteristisch für Island sind, die magische Aura der Nordlichter dar.
Ein enormer Wasserreichtum lässt Island zu einem hoch energetischen Zentrum, einem Ort der Kraft werden: die Erde bebt wenn die größten Wasserfälle des Kontinents mit tosender Geschwindigkeit in das Tal hinabfallen. Die bewohnte Küste und das Tiefland sind umgeben von einem kargen Hochland, das überwiegend aus einer rauen Stein- und Kieswüste besteht, welche zugleich die größte Wüste Europas bildet.
Inmitten dieses Naturwunders tummeln sich bunte Häuschen an über 1000 m hohe Fjordflanken: das grüne Flachland mit saftigen Weiden, bietet Lebensraum für unzählige Pferde und Schafe. Island ist ein sagenumwobenes Land, dessen Geschichte tief mit der Erscheinungsvielfalt der Naturgewalten verbunden ist.
Island kann im Hinblick auf das faszinierende Naturspektakel – seinen unterschiedlichen Landschaftsformen und Farben – als eine echte Herausforderung für jeden Naturliebhaber angesehen werden. Die abenteuerliche Wildnis übt eine große Anziehungskraft auf Wanderer, Angler, Reiter, Radler und alle Formen von Aktivurlaubern aus. Auch Städtetouren durch die Hauptstadt Reykjavik, die eine sehr ausgeprägte Kulturszene bietet, bilden ein abwechslungsreiches Kontrastprogramm zur Natur. Sehr attraktiv für Islandreisende sind die Wahlbeobachtungen sowie die Delphine und Robben, die sich insbesondere in den Sommermonaten in den Küstenregionen sehen lassen. Von dem erstaunlichen Anblick der brütenden Papageitaucher auf den Felsenspitzen lassen sich nicht nur Vogelkundige begeistern.
Da die Wetterlagen auf Island sehr ambivalent sind – Regen und Nebel dominieren oft das Landschaftsbild -, sollte der Islandreisende entsprechend gerüstet sein. Die besten Wetterverhältnisse sind in den Sommermonaten, der Hauptsaison (Juni bis August) anzutreffen. Die meisten Aktivitäten und entsprechend auch das touristische Aufgebot liegen in dieser Zeitspanne. Aber auch bei Besuchen außerhalb der Saison sind faszinierende Erlebnisse zu erwarten: ob Feuer oder Eis, Islands Naturkräfte bewirken zu jeder Jahreszeit kontrastreiche Farbspiele und Beschaffenheiten – von neblig, gleißend hell, düster-schwarz, saftiggrün, flach, steil oder schroff: Islands Reichtum ist grenzenlos, Intensität pur am Rande der bewohnbaren Welt. Wir wünschen Ihnen viel Freude bei unserem Island Reiseführer.
