Geschichte

330 v. Chr.: Der griechische Seefahrer Pytheas von Massilia berichtet von einer Insel im entfernten Norden und meint damit vermutlich Island. Pytheas nennt dieses Land Ultima Thule, entferntester Norden.

200 v. Chr.: Thule wird auf der Weltkarte des Eratosthenes von Alexandrien als eine kleine Insel im nördlichst gelegenen Bereich der Erde markiert.

270 – 305 n. Chr.: Dem Fund römischer Münzen zufolgen landen Römer an der Ostküste.

600 – 876: Irische Mönche gründen eine Siedlung auf der Insel, mit dem Namen „Thule“. Das spätere Buch des irischen Mönches Dicuilus „Von den Ausmaßen des Erdkreises“ gibt Kunde über Thule, das als das spätere Island lokalisiert wird.

855: Der Schwede Gardar Svavarsson landet im Südosten der Insel und lässt sich für eine Zeit in Húsavík nieder. Er nennt die Insel Gardarshólmur (Gardars Insel).

865 – 67: Der Norweger Flóki Vilgerdarson lässt sich an der Nordküste nieder. Wegen den schlechten Witterung und dem Treibeis gibt er der Insel den Namen „Eisland“.

874: Der erste offizielle Siedler Islands, Ingólfur Árnarson, landet an der Küste Islands, wirft die Säulen seines hölzernen Hochsitzes in das Meer und schwört seinen Hof an dem Ort zu errichten an dem die Säulen von den Göttern angespült werden. Nach drei Jahren werden die Säulen gefunden und Ingólfur lässt in Reykjavík nieder.

930: Norwegische Wikinger lassen sich in verschiedenen Siedlungen auf der Insel nieder. Das Althing, eine frühparlamentarische Zentralregierung wird gegründet. Die Saga-Zeit beginnt.

982: Der Isländer Eiríkur Thorvaldson, Erik der Rote genannt, muss die Insel verlassen und entdeckt auf diesem Wege Grönland, wo er sich mit weiteren Siedlern niederlässt.

984: Die gewaltsame Christianisierung Islands beginnt.

1000: Auf dem Althing wird offiziell beschlossen das Christentum anzunehmen. Ein Konflikt zwischen Heiden und Christen entbrennt. Im Sinne der nationalen Einheit soll nur eine Religion, das Christentum, angenommen werden, jedoch können die alten Götter und Gebräuche weiterhin verehrt werden.

1030 – 1120: Die Zeitalter des Friedens. Mit der Bedeutung des Christentums nimmt auch der Wohlstand der Bevölkerung zu. Das positive Recht gewinnt an Stabilität und kann sich allmählich gegen die traditionelle Blutrache und das Faustrecht durchsetzen.

1056: Der erste isländische Bischof, Ísleifur Gissurarson, beginnt seine Amtszeit, mit Sitz in Skálholt. Die isländischen Christen fühlen sich mit ihm verbunden, mehr als mit dem Papst in Rom.

1104: Viele Gehöfte werden durch den Ausbruch des Vulkans Hekla zerstört.

1106: Es entsteht ein zweiter Bischofsstuhl in Hólar, wo sich die ersten Schulen angliedern. Zahlreiche Klöster werden in den darauf folgenden Jahren gebaut.

1117-18: Das isländische Gesetz wird auf Anordnung des Gesetzessprechers erstmals schriftlich fixiert.

1120 – 1130: In dieser Zeitspanne, dem „Zeitalter des Schreibens“ erscheinen viele der berühmten Sagen Islands, vor allem historische Werke wie die „Heimskringla“, die von Snorri Sturluson verfasst wurde und zu den bedeutendsten Werken der Zeit zählt.

1230 – 62: Diese Zeit wird dominiert durch die Kämpfe der einflussreichsten Familien im Land, die um eine Vormachtstellung ringen.

1253: Auf dem Althing stimmen die Goden einem Gesetz zu, nach dem das kirchliche Recht im Zweifelsfall dem weltlichen übergeordnet ist.

1262: Der norwegische König wird von den Isländern als Monarch anerkannt.

1281: Das norwegische Recht wird unter der norwegischen Krone in Island etabliert.

1380: Island und Norwegen fallen an die dänische Krone.

1402-1404: Ein Großteil der Bevölkerung erkrankt an der Beulenpest. Ein Drittel stirbt, die Wirtschaft des Landes bricht zusammen.

1536: König Christian III. besteigt den Thron: er ist ein Verfechter der Reformation und strebt eine Staatskirche nach schwedischem Vorbild an.

1540: Ögmundur stirbt, sein Nachfolger Gissur Einarsson führt die Reformation durch.

1602: König Christian IV. bestimmt, dass nur noch bestimmte Städte Handel mit Island betreiben dürfen.

1662: Island wird aufgeteilt in vier Wirtschaftsdistrikte, wobei diese nicht mehr untereinander, sondern nur noch mit Dänemark handeln dürfen.

1708: Durch eine Pockenepidemie reduziert sich die Bevölkerung Islands auf 35000.

1787: Das Handelsmonopol wird gelockert, um die wirtschaftliche Lage zu verbessern. Vulkanausbrüche sorgen für eine Verelendung des Landes.

1798: Die letzte Versammlung des Althing in Pingvellir.

1800: Das Althing wird aufgelöst. Der oberste Gerichtshof ersetzt dieses fortan.

1809: Island erklärt seine Unabhängigkeit.

1843: Das Althing wird wieder eingesetzt.

1874: Das Althing darf sich um innere Angelegenheiten Islands kümmern.
1881: Die Fischereiwirtschaft erlebt einen enormen Aufschwung.

1904: Island wird von der Verfassung die Selbstverwaltung zugesprochen.

1918: Die isländische Unabhängigkeitsbewegung erreicht, dass Island als unabhängiger Staat anerkannt wird. Nur durch eine Personalunion bleibt der Staat mit Dänemark verbunden. Eine eigene Staatsflagge entsteht.

1940: Island wird zuerst von den Briten, dann von den USA besetzt und zu einem militärischen Stützpunkt ausgebaut.

1944: Nach einer Abstimmung über die Auflösung des Unionsvertrages wird in Pingvellir die Republik Island ausgerufen.

1946: Island tritt der UN bei.

1949: Island gehört zu den Gründungsmitgliedern der NATO.

1951: Ein Schutzabkommen mit den USA wird geschlossen, ein Luftstützpunkt wird in Keflavík eingerichtet.

1952-75: Island kämpft für eine Absicherung der Fischgründe, die die wirtschaftliche Grundlage für das Land darstellen. Die Fischereibereiche werden systematisch erweitert. Es kommt zu Konflikten mit anderen Fischerei-Nationen, diese gehen als „Kabeljaukriege“ in die Geschichte ein.

1952: Island tritt dem nordischen Rat bei. Weitere Mitgliedschaften, OECD, Europarat, UNESCO und EFTA.

1955: Halldór Laxness erhält den Nobelpreis für Literatur.
1973: Auf Heimaey, den Westmänner-Inseln, bricht ein Vulkan aus, in einer dramatischen Rettungsaktion können Teile der Stadt vor der Zerstörung gerettet werden.

1980: Es kommt nach politischen Instabilitäten zu einer rasant ansteigenden Inflation, und zur Bildung einer Koalition. Vigdís Finnbogadóttir wird zu der ersten demokratisch gewählten Staatspräsidentin Islands.

1986: Das Ende des Kalten Krieges wird durch das Gipfeltreffen zwischen dem US-Präsidenten Ronald Reagan und dem sowjetischen Regierungschef Michail Gorbatschow im Höfdi-Haus in Reykjavík eingeleitet.

1989: Das Ausschankverbot für Bier wird aufgehoben.

1992: Island tritt der internationalen Walfangkommission bei.

1993: Island tritt dem europäischen Wirtschaftsraum bei.

1996: Das Investitionsgesetz gewährt ausländischen Staaten und Betrieben Investitionsfreiheit in Island.

1998: Der Nobelpreisträger für Literatur, Halldór Laxness, stirbt.

1999: Parlamentswahlen stärken die bürgerliche Koalition aus Sozialdemokraten und agrarisch-liberaler Fortschrittspartei.

7.4.2000: Der oberste Gerichtshof überstimmt das Bezirksgericht der Westfjorde und erklärt die Praxis der Fischereiquotenregelung für verfassungskonform.

17.6.2000: Ein Erdbeben richtet im Süden Islands einen Millionenschaden an. Häuser sind unbewohnbar, eine Fabrik wird zerstört.