Land & Leute

Geographie:

Lage

Island erstreckt sich mit einer Gesamtfläche von über 100.000 Quadratkilometern, südlich des Polarkreises, rund 270 km südöstlich von Grönland und etwa 800 km nordwestlich von Schottland, über den Nordatlantik. Island ist die größte Vulkaninsel der Erde und liegt auf der Mittelatlantischen Schwelle und damit sowohl auf der Nordamerikanischen als auch auf der Eurasischen Platte. Island liegt auf dem Mittelatlantischen Rücken, einem über 18000 km langen Gebirgskamm. Es gibt hier mehr als 22 aktive Vulkansysteme, über 250 geothermische Gebiete, mehr als 780 heiße Quellen und die drittgrößte Eiskappe der Erde.

Klima

Das Klima ist auf Island ist ozeanisch kühl und geprägt vom relativ warmen Irmingerstrom an der Südküste und vom kalten Ostgrönlandstrom an der Nordost- und Südwestküste. Die Niederschläge auf Island betragen bis zu 2000 mm im Jahr im Flachland des Landesinneren und bis zu 4.000 mm auf dem Vatnajökull. Die Süd- und Westküste sind die feuchtesten Gebiete. Der niederschlagsärmste Bereich sind die Hochebenen im Norden von Island. Im Norden und Osten Island ist es trockener, aber auch kälter in den Wintermonaten. Obwohl das Klima aufgrund des warmen Golfstroms in Island milder als in anderen Regionen dieser Breitengrade ist, ist das Wetter in Island insgesamt eher unberechenbar und extrem wechselhaft.

Flora und Fauna

In Island herrscht Vegetationsarmut über große Flächen. Ein großer Teil des nur zu einem Viertel besiedelten Landes besteht aus Lava-, Sand- oder Steinwüsten, das von Gletschern durchzogen und von Flüssen und Gewässern bedeckt ist. Es gibt nur einen sehr geringen Waldbestand und eine relativ geringe Artenanzahl wild wachsender Pflanzen, in höher gelegenen Regionen, von welchen die Hälfte die Eiszeit überdauerte. Die isländische Fauna hat überwiegend einen nordeuropäischen Charakter, 97 % der Pflanzenarten kommen ebenso in Norwegen vor. Zu den Hauptbaumarten zählen die Moorbirke, die wollige und die zweifarbige Weide. Am Fuße der Bergregionen wächst die immergrüne Krähenbeere, der Beerentraube, Heidelbeere, Rauschbeere und Heidekraut. Auf den Wiesen finden sich verschiedene Krautpflanzen. Die Küstenpflanzen sind Meersenf, Mertensie und Vogelsternmiere. Im Wattbereich sind außerdem Strandwegericht, Löffelkraut und Grasnelken anzutreffen. Es gibt viele Moor- und Sumpfgegenden, mit Flechtenarten.
Der Polarfuchs lebte bereits vor der Besiedelung auf Island. Über 25 Meeressäugetierarten tummeln sich in den isländischen Küstengewässern: verschiedene Walarten, Delfine, Walrosse und Seehunde. Auch Robben sind häufiger zu sehen. Daneben gibt es über 250 Salzwasserfischarten. Nutztiere wie Schafe und Pferde, aber auch wilde Rentiere bewohnen Island. Vor allen Dingen Vögel sind hier zu Hause. Es gibt eine große Artenvielfalt. Einer der berühmtesten Vögel ist der Gerfalke. Es gibt hier aber auch Seeadler, Schnee-Eulen und unzählige Wasservögel.
In den Sommermonaten erstrahlt Islands Blütenpracht, über 440 Wildblumen wachsen auf Islands Boden: Neben dem Weidenröschen findet der Besucher die typisch arktische Glockenblume, aber auch den Steinbrech und viele Gänseblümchen. Im Tiefland sind nordische Orchideen beheimatet und im Hochland das arktische Wollgras und die Primeln. Für die Küstenregionen sind das niedrige Grasland, Torfmoor und das Sumpfland kennzeichnend.
Diverse Pilzarten sind über das ganze Land verstreut: über 1500 Arten bewohnen die Wegränder und Felder, Lavaflüsse und die höheren Lagen werden insbesondere von den Flechten bewachsen.

Gebirge

Das Landschaftsbild von Island ist geprägt durch den Vulkanismus: kühne Pyramiden, steilwandige Berge und Magmaintrusionen. Verschiedene Vulkanformationen prägen die Landschaft, darunter hohe Tafelberge, Vulkane, Vulkanteile und Vulkanfelder. Die meisten Berge und Erhebungen in Island sind vulkanischen Ursprungs. Über 15 % des Landes werden von Gletschern und Eiskappen bedeckt. Der Hvannadalshnúkur, der dem Vulkanmassiv des Öræfajökull, einem isländischen Gletscher, der Teil des Vatnajökull ist, angehört, ist mit über 2.100 m der höchsten Gipfel Islands. Der Bárðarbunga ist ein Zentralvulkan unter dem Vatnajökull und erreicht eine Höhe von über 2.000 m, was ihn zu dem zweithöchsten Berg Islands macht. Die Kverkfjöll bilden eine vulkanische Bergkette mit einer Gesamthöhe von mehr als 1900 m: sie sind das drittgrößte Bergmassiv in Island und gehören ebenfalls dem Vatnajökull an. Der Vatnajökull ist nicht nur der größte Gletscher in Island, sondern mit einem Volumen von über 3.000 km³ auch der größte Gletscher Europas, der sich über den Südosten Islands erstreckt. Der Vulkan Snæfell, der das Hochland Islands überragt bildet mit einer Höhe von mehr als 1.800 m den höchsten Berg Islands, der außerhalb des Vatnajökull liegt.


Menschen:

Bevölkerung

Island hat aktuell etwas über 300.000 Einwohner und ist damit das am dünnsten besiedelste Land Europas. Ein großer Teil der Bevölkerung Islands lebt im Raum Reykjavíks, ein kleinerer Teil lebt in den Orten und Städten der Küstenregionen. Viele der Einwohner sind ursprünglich norwegischer Herkunft, aber auch ein keltischer Einfluss lässt sich nachweisen.

Gemeinden

Island hat insgesamt 76 Gemeinden. Es ist in acht Großbezirke gegliedert: Reykjanes, Reykjavík, Vesturland, Vestfirdir, Nordurland vestra und eystra, Austurland und Sudurland. Diese Bezirke werden wiederum in 27 Kreise und 23 kreisfreie Städte gegliedert, die jeweils eigene Verwaltungen bilden.

Sprachen

Auf Island wird die isländische Sprache, die sich aus dem altnordischen entwickelt hat und der indogermanischen Sprachfamilie angehört, gesprochen. Isländisch ist zugleich Amtssprache.

Religion

Nach Art. 62 der Verfassung wird die evangelisch-lutherische isländische Staatskirche vom Staat unterstützt und geschützt. Ein großer Teil der Bevölkerung gehört der Staatskirche an. Es bestehen aber auch andere religiöse Minderheiten: Katholiken, Buddhisten, Muslime, orthodoxe Kirchen und einer geringer Teil, der keiner Religionsgemeinschaft zugehörig ist.


Regierung:

Offizieller Name

Parlamentarische Republik Island

Politische Institutionen

Island ist seit dem 17. Juni 1944 eine parlamentarische demokratische Republik. Das Staatsoberhaupt ist der isländische Präsident. Die Regierungsgeschäfte führt der isländische Premierminister. Die Regierung wird derzeit aus einer Allianz und einer links-grünen Bewegung geführt.
Staatsoberhaupt

Das Staatsoberhaupt von Island ist Ólafur Ragnar Grímsson.

Präsident

Der Präsident von Island ist Ólafur Ragnar Grímsson

Regierungschef

Der Regierungschef von Island ist die Premierminsterin Jóhanna Sigurdardóttir

Hymne

Lofsöngur


Wirtschaft:

Wirtschaftszweige

Islands Bruttosozialprodukt ist eines der höchsten Bruttosozialprodukte Europas. Die isländische Wirtschaft basiert vor allen Dingen auf Fisch Ressourcen und Wasser sowie geothermischer Energie. Meeresprodukte, Aluminium und Ferrosilicium gehören zu den wichtigsten Exportgrundlagen Islands.

Tourismus

Der Tourismus bildet auf Island den zweitgrößten Wirtschaftszweig. Insbesondere in den Sommermonaten zieht es viele Naturbegeisterte nach Island. In den letzten Jahren hat sich der Tourismus zu einer der wichtigsten Quellen für Deviseneinahmen entwickelt.